Ansprechhaltung
Kommunikation ist nicht nur Inhalt, sondern auch Haltung.
Die "Ansprechhaltung" prägt die Persönlichkeit am Mikrofon.
Den Kopfmenschen wird die Erkenntnis schmerzen: Wir erfassen Gehörtes eher
emotional als rational. Gefällt uns eine Stimme, gefällt uns die Art,
wie jemand spricht, fragt, mit Interviewpartnern umgeht, dann nimmt uns das
weit stärker für ihn ein als der Inhalt seiner Rede. Oder anders
gesagt: Wie ein Moderator "rüberkommt", liegt zum überwiegenden Teil
an seiner Ansprechhaltung. Sie prägt im wesentlichen die
Moderatorenpersönlichkeit.
So kann einer, der sich über handwerkliche Kriterien souverän
hinwegsetzt, durchaus zum Kultmoderator werden (sh.
Personality
). Solche Moderatoren polarisieren. Ein Teil der Hörer ist von ihnen
begeistert. Ein anderer Teil findet sie schrecklich. Doch gleichgültig
sind sie niemandem. Jeder kennt sie. Was will man mehr in der augenblicklichen
Radiolandschaft, in der sich Programme als erstes über die Musik und dann
über ihre Moderatoren definieren?
Trotzdem ist es durchaus von Vorteil, neben der stimmlichen Ausstrahlung auch
über das passende Handwerkszeug zu verfügen. Das lehrten bereits die
Rhetoriker der Antike. Handwerkliches Können und eine persönliche
Ausstrahlung führen in der Regel zum Ziel. Und unser Moderationsziel
heißt: Wir wollen informieren, wir wollen den Hörer motivieren,
zuzuhören, wir wollen sympathisch wirken.
Manche Moderatoren eifern Vorbildern nach, indem sie sie imitieren. Das geht in
der Regel schief. Versucht ein Moderator, in die Haut eines anderen zu
schlüpfen, wird die ihm ständig zu groß oder zu klein sein. Sie
wird ihn behindern - und das wirkt wie ein Filter. Ein Moderator klingt nur
dann gut, wenn er authentisch ist. Dann nimmt der Hörer ihm ab, was er
sagt. Authentizität wirkt wie ein Katalysator.
Halten wir fest: Es geht nicht nur darum, was wir sagen, sondern besonders auch
darum, wie wir etwas sagen.
Verantwortlich für das
Wie
in einer Moderation ist der Sprechausdruck. Sprechausdruck bildet den Sinn
des Gesprochenen. Er setzt sich zusammen aus verschiedenen sprecherischen
Merkmalen.
Wie
wir etwas ausdrucken, zeigt, was wir eigentlich meinen.